# KI schafft 1 Million neue Jobs in den USA: Was das für Schweizer KMU heisst

> Autor: Chris Jon Graf (KI-Stratege & CEO)
> Aktualisiert: 2026-09-08
> URL: https://ki-outsourcing.ch/ratgeber/ki-schafft-1-million-neue-jobs-in-den-usa-was-das-fur-schweizer-kmu-heisst

## Zusammenfassung

Eine Analyse von The Economist zeigt: KI hat in den USA bereits rund 1 Million neue Jobs geschaffen – deutlich mehr als die rund 200'000 KI-bedingten Entlassungen. Treiber ist der Bau von KI-Infrastruktur. Für Schweizer KMU heisst das: Der Engpass liegt nicht bei der Technologie, sondern bei Fachkräften.

Die Debatte um KI und Arbeitsplätze wird meist mit der falschen Frage geführt: Vernichtet KI Jobs? Eine Analyse von The Economist aus dem September 2026 liefert eine überraschend klare Antwort für den US-Arbeitsmarkt: KI hat dort bereits rund 1 Million neue Jobs geschaffen – und dem stehen nur rund 200'000 KI-bedingte Entlassungen gegenüber. Der Nettoeffekt ist deutlich positiv, nur eben nicht dort, wo man ihn erwartet hätte: nicht in der Software-Entwicklung, sondern im Handwerk und in der Infrastruktur.

## Die Zahlen, die die Debatte umdrehen

**1'000'000** — neue Jobs in den USA seit dem KI-Boom, laut Analyse von The Economist (September 2026)

**200'000** — KI-bedingte Entlassungen im selben Zeitraum – deutlich weniger als neu geschaffene Stellen

Diese Zahlen widerlegen die verbreitete Annahme, KI führe in der Breite zu Stellenabbau. Richtig ist: Einzelne Rollen verändern sich radikal oder verschwinden. Falsch ist die Vorstellung, dass daraus automatisch ein Nettoverlust an Arbeitsplätzen entsteht. Der Grund liegt im zweiten, meist übersehenen Effekt der KI-Revolution: dem physischen Aufbau der Infrastruktur, die sie erst ermöglicht.

## Woher die neue Nachfrage kommt: der Infrastruktur-Boom

Seit dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 sind laut Goldman Sachs die Infrastruktur-Investitionen in den USA um rund 500 Milliarden Dollar pro Jahr gestiegen. Ein grosser Teil davon fliesst in den Bau von Rechenzentren: Die Bauausgaben dafür liegen mittlerweile bei rund 75 Milliarden Dollar jährlich, ein Plus von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jedes dieser Rechenzentren braucht Strom, Kühlung, Verkabelung und ein Gebäude – und damit Menschen, die das bauen und warten.

**500 Mrd. $ / Jahr** — zusätzliche Infrastruktur-Investitionen in den USA seit ChatGPT (2022), laut Goldman Sachs

## Wo die Jobs konkret entstehen

- Elektriker und Elektroplanerinnen für Stromversorgung und Verkabelung von Rechenzentren
- Bauarbeiter und Bauleiterinnen für den physischen Aufbau der Anlagen
- HVAC-Spezialistinnen und -Spezialisten für Kühlung und Klimatechnik
- Datenzentren-Techniker für Betrieb und Wartung
- Fachkräfte in der Energieversorgung (Utilities) für Netzausbau und Kapazität

Die Grössenordnung ist beachtlich: McKinsey rechnet damit, dass allein für den Aufbau der KI-Infrastruktur in den USA bis 2030 rund 130'000 zusätzliche Elektriker, 240'000 Bauarbeiter und 150'000 Vorarbeiter und Supervisoren gebraucht werden. Seit 2023 sind laut Daten des Bureau of Labor Statistics bereits rund 320'000 neue Stellen in Elektrik, Bau, HVAC und Energieversorgung entstanden. Das sind keine 'KI-Jobs' im klassischen Sinn – aber sie existieren nur, weil es KI gibt.

## Der eigentliche Engpass: Menschen, nicht Algorithmen

> Wir brauchen hunderttausende Elektriker, Klempner und Zimmerleute.
>
> — Jensen Huang, CEO Nvidia

Diese Aussage von Nvidia-CEO Jensen Huang bringt das Problem auf den Punkt: Der Flaschenhals der KI-Revolution ist nicht Rechenleistung oder Kapital, sondern qualifiziertes Personal im Handwerk. Die Associated Builders and Contractors rechnen damit, dass 2026 in den USA rund 349'000 Bauarbeiter fehlen werden – 2027 soll die Lücke auf 450'000 wachsen. Meta reagiert bereits mit einem eigenen Trainingsprogramm über 115 Millionen Dollar, das jährlich 5'000 Bauarbeiter ausbilden soll. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) rechnet im optimistischen Szenario mit bis zu 140'000 zusätzlichen Stellen im Bereich der Fachkräfte bis 2030, allein durch generative KI.

**349'000** — fehlende Bauarbeiter in den USA im Jahr 2026, Tendenz steigend (Associated Builders and Contractors)

## Was das für Schweizer KMU bedeutet

Die Situation in der Schweiz unterscheidet sich in den Zahlen, nicht im Muster. Laut jobs.ch sind 2026 rund 44 Prozent der Stellen hierzulande KI-exponiert, und die Zahl der Einstiegsjobs ist bereits um rund 32 Prozent zurückgegangen. Das klingt zunächst bedrohlich – ist aber vor allem ein Signal dafür, dass sich Arbeit verschiebt, nicht dass sie verschwindet. Wer diesen Wandel richtig einordnet, statt ihn zu fürchten, erkennt: Der eigentliche Engpass liegt nicht in der Technologie, sondern in [Fachkräften mit den richtigen Kompetenzen](/ratgeber/ki-und-personalstrategie-warum-ki-bedingter-stellenabbau-keinen-roi-liefert) – genau wie in den USA.

Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was Schweizer Firmen bereits heute beobachten. Laut PwC Schweiz (2026) wächst der Personalbestand von Unternehmen, die KI aktiv einsetzen, um rund 52 Prozent, gegenüber 36 Prozent bei Unternehmen ohne systematischen KI-Einsatz. EY Schweiz kommt zu einem ähnlichen Bild: 89 Prozent der befragten Firmen setzen KI ein, aber nur 7 Prozent bauen deswegen Stellen ab – 18 Prozent schaffen sogar neue. Das Muster nennt sich [People Amplification](/ratgeber/ki-als-team-multiplikator-mehr-wert-mit-denselben-mitarbeitenden): KI verstärkt die Wirkung bestehender Teams, statt sie zu ersetzen.

> **People Amplification statt Stellenabbau**
>
> Die Firmen mit dem grössten Erfolg setzen KI nicht ein, um Stellen zu streichen, sondern um mit denselben Mitarbeitenden mehr Wirkung zu erzielen – und investieren den frei werdenden Spielraum in neue, oft technische Rollen.

## Was Schweizer Entscheider jetzt konkret tun sollten

1. Kompetenz-Lücken systematisch erfassen: Welche Rollen sind KI-exponiert, wo fehlen bereits heute technische und handwerkliche Fachkräfte?
2. Automatisierung und Weiterbildung gemeinsam planen, statt Automatisierung isoliert einzuführen und Weiterbildung dem Zufall zu überlassen
3. Technische und handwerkliche Rollen frühzeitig sichern – über Lehrstellen, Quereinsteiger-Programme und Partnerschaften mit Berufsschulen
4. Eine klare People-Amplification-Strategie intern kommunizieren, um Verunsicherung in der Belegschaft aktiv abzubauen

Wie andere Volkswirtschaften im globalen KI-Wettrennen positioniert sind und welche strategischen Fehler dabei besonders häufig vorkommen, ordnet die Folge [KI-Strategie für Schweizer KMU: Die drei grössten Fehler im globalen Wettbewerb](https://www.ki-podcast.ch/ki-standort-schweiz-kmu-strategie-und-globales-rennen) des Schweizer KI-Podcasts ein.

## Fazit: Der Engpass ist Fachkräfte, nicht Technologie

Die amerikanischen Zahlen zeigen ein Muster, das sich auch in der Schweiz bereits abzeichnet: KI vernichtet weniger Arbeitsplätze, als sie neue schafft – aber sie verschiebt die Nachfrage dorthin, wo Fachkräfte ohnehin knapp sind. Für Schweizer KMU heisst das: Wer jetzt in Automatisierung UND in die Weiterqualifizierung der eigenen Leute investiert, sichert sich einen Vorsprung, während andere noch über die falsche Frage diskutieren.

## Häufige Fragen

### Schafft KI tatsächlich mehr Jobs, als sie vernichtet?

Laut einer Analyse von The Economist (September 2026) hat KI in den USA bereits rund 1 Million neue Jobs geschaffen, gegenüber rund 200'000 KI-bedingten Entlassungen im selben Zeitraum. Der Nettoeffekt ist damit deutlich positiv, wobei sich viele der neuen Stellen ausserhalb der klassischen Tech-Berufe befinden.

### Welche Berufe profitieren am meisten vom KI-Boom?

Am stärksten wächst die Nachfrage in Berufen, die für den physischen Aufbau der KI-Infrastruktur nötig sind: Elektriker, Bauarbeiter, HVAC-Spezialisten, Datenzentren-Techniker und Fachkräfte in der Energieversorgung. McKinsey rechnet in den USA bis 2030 allein für diesen Bereich mit rund 130'000 zusätzlichen Elektrikern und 240'000 zusätzlichen Bauarbeitern.

### Ist die Situation in der Schweiz mit den USA vergleichbar?

Die Grössenordnungen unterscheiden sich, das Muster ist aber ähnlich. Laut PwC Schweiz wachsen KI-aktive Unternehmen im Personalbestand deutlich stärker (rund 52 Prozent) als Unternehmen ohne systematischen KI-Einsatz (rund 36 Prozent). EY Schweiz findet, dass nur 7 Prozent der KI-nutzenden Firmen deswegen Stellen abbauen, während 18 Prozent neue schaffen.

### Was bedeutet 'People Amplification'?

People Amplification beschreibt den Ansatz, KI einzusetzen, um die Wirkung bestehender Mitarbeitender zu vervielfachen, statt Stellen abzubauen. Unternehmen, die so vorgehen, verzeichnen in Schweizer Erhebungen ein deutlich stärkeres Personalwachstum als Unternehmen, die KI primär zur Kosteneinsparung nutzen.

### Wie sollten Schweizer KMU auf den Fachkräftemangel im technischen Bereich reagieren?

Zentral ist, Automatisierung und gezielte Weiterbildung als gemeinsames Projekt zu planen statt als zwei getrennte Massnahmen. Wer frühzeitig in technische und handwerkliche Kompetenzen investiert, sichert sich einen Vorteil, bevor der Wettbewerb um diese Fachkräfte weiter zunimmt.

## Quellen

- [The Economist: The jobs apocalypse is postponed. An AI jobs boom is here](https://www.hindustantimes.com/world-news/the-jobs-apocalypse-is-postponed-an-ai-jobs-boom-is-here-101788577683986.html)
- [The AI economy is rewriting the American Dream (CNBC, Mai 2026)](https://www.cnbc.com/2026/05/19/ai-hiring-slowdown-skilled-trade-workers.html)
- [AI companies recruiting electricians and carpenters (Seattle Times, Juli 2026)](https://www.seattletimes.com/business/ai-companies-are-recruiting-electricians-and-carpenters-by-the-thousands/)
- [Jensen Huang says electricians and plumbers will be needed by the hundreds of thousands (Fortune, Juni 2026)](https://fortune.com/article/nvidia-billionaire-ceo-jensen-huang-demand-for-gen-z-skilled-trade-workers-electricans-plumbers-carpenters-data-center-growth-six-figure-salaries/)
- [How Will AI Affect the US Labor Market? (Goldman Sachs, März 2026)](https://www.goldmansachs.com/insights/articles/how-will-ai-affect-the-us-labor-market)
- [GenAI's Human Infrastructure Challenge (CSIS, Sept 2025)](https://www.csis.org/analysis/genais-human-infrastructure-challenge-can-united-states-meet-skilled-trade-labor-demand)
- [LinkedIn Post: Alvin Foo (gewählter Source-Post)](https://www.linkedin.com/posts/alvinfsc_the-economist-finds-ai-has-already-added-activity-7502976545246846976-GwWp)
